Was war das nur für ein angenehmer Start in unseren Constanta-Trip: Das Victory-Shuttle holte uns in Klagenfurt ab und brachte uns bequem und schnell nach Wien. Wenn es doch nur so weiter gegangen wäre, wenn alles auch in Rumänien einigermaßen komplikationslos abgelaufen wäre, wenn nicht wieder so viel Unvorhersehbares vorgefallen wäre, wenn nicht wieder das meiste völlig verplant gewesen wäre, dann würde es diesen Blog nicht geben und ich hätte auf der elendslangen Busfahrt durch den halben Ostblock nichts zu tun gehabt. Aber dazu später. Wie bereits erwähnt: eigentlich hat alles ganz normal begonnen!
Vor unserem Abflug aus Wien legten wir noch einen kleinen Zwischenstopp in der Folterkammer in der Südstadt ein. Gemeinsam mit unserem Folterexperten Gregor gaben wir für etwa zwei Stunden im Kraftraum unseren masochistischen Trieben nach und trainierten bis jeder einzelne Muskel unserer Körper brannte wie die Haut nach einem Brenesselbad, oder wie Rom zu Neros Zeiten, oder wie der erste Sonnenbrand des Sommers, oder wie ein starker Rum in der Kehle, oder … Sorry, bin ein wenig abgeschweift! Auf jeden Fall haben wir wirklich hart trainiert, damit man uns die Nummer 1 in der Setzung in Rumänien auch abkauft! Obwohl ich ja am Knöchel angeschlagen war, hatte Gregor der Schreckliche kein Erbarmen mit mir! Die Übungen, die ich wegen der Verletzung nicht machen konnte musste ich mit Oberkörperübungen kompensieren. Robin bekam dafür die Ganzkörperpackung. Das volle Folterprogramm. Am Ende hätte er Gregor alles erzählt und sogar seine eigene Mutter verpfiffen. Wir waren beide heilfroh, dass wir zum Flughafen mussten um den Flieger nicht zu verpassen. So war das Krafttraining dann doch bald vorbei und unsere Reise konnte beginnen.
Am Flughafen Wien klappte dann alles wie am Schnürchen, beim Check-In und der Sicherheitskontrolle sind wir mittlerweile ja schon alte Füchse und den Schwechater Flughafen kennen wir bereits fast besser als die Klagenfurter Altstadt! Für die Startphase (zum leichteren Einschlafen) nahm ich mir eine Österreichische Tageszeitung mit zum meinem Sitzplatz. Das ist der Luxus, den man genießen darf, wenn man einmal nicht mit irgendeiner uzbekischen oder moldawischen Billig-Airline fliegt! Diesmal hatten wir als “Austrians” ganz patriotisch bei Austrian gebucht. Direkt ging’s in die rumänische Hauptstadt Bukarest. Nach einigen Minuten verschwand ich ins Land der Träume, bis mich eine Österreichische Stewardess (sonst sind es immer moldawische oder uzbekische) zum Essen weckte. Ja, … Essen! Das gehört nämlich auch zu dem oben bereits beschriebenen Luxus, den wir bis zu dieser Reise nur vom Hörensagen kannten! Bevor ich eingeschlafen war hatte ich aber noch brav die Zeitung durchgeblättert und auch einen Kommentar zur Frauenfußball WM von Herbert “Schneckerl” Prohaska gelesen (wahrscheinlich bin ich deshalb so schnell eingepennt). In dem Artikel fand das Schnecklein überraschend lobende Wort für die kickenden Damen. Er schrieb so etwas in der Art wie (in meinen eigenen Worten wiedergegeben): “Es beeindruckt mich wie sich der Frauenfußball entwickelt hat. Für Frauen sind sie ja gar nicht mal so schlecht. Sie spielen teilweise schon ganz brav, trotzdem würden sie bei den Herren sogar in Österreich gegen jedes U17-Team eine anständige Packung kassieren!” Kann man wüster beschimpft werden, als wenn jemand meint man wird von Österreichern – egal welchen Geschlechts und Alters – im Fußball vorgeführt (Ja, ja, ich weiß! Es muss heißen Österreichern und Österreicherinnen. Wenn ich das durchziehe wird der Blog aber noch 5 Seiten länger)?
Ich dachte nicht. Der Ex-Teamchef legte aber noch einen drauf mit folgender (mit schriftstellerischer Freiheit nacherzählter) Meldung: “Frauen werden nie eine Chance gegen Männer haben, das ist einfach kein fairer Vergleich. Aber es gibt ein paar Spielerinnen bei dieser WM, die technisch ziemlich gut sind (höchstens ein paar
). Die Brasilianerin „Balkuenstla“ (an den richtigen Namen erinnere ich mich nicht genau, wahrscheinlich Ronalda, Ronaldinha, Roberta Carlos, Ricarda oder Emanuela – was ist eigentlich das Pseudogynym [weibliches Pseudonym) von Kaka? – keine Angst, manchmal versteh ich selber nicht ganz was ich schreibe, aber ich protze immer ganz gern mit Fremdwörter die ich irgendwo aufschnappe und dann google [ich hoffe das hab ich jetzt richtig konjugiert – kann mir da irgendein Cyberkid weiterhelfen?]) zum Beispiel könnte mit mir (einem weiß Gott wie alten ÖSTERREICHISCHEN Ex-Fußballer, der in seinen besten Zeiten [eine Woche im Jahr 1979] technisch meilenweit von der Weltspitze entfernt war) beim Aufgabeln wahrscheinlich sogar mithalten.” Nach dem Absatz konnte ich mit einem Lächeln im Gesicht die Augen schließen. Meine gendersensiblen Professorinnen (bei so was sind sie wirklich sensibel) aus den zahlreichen Feminismus- und Genderkursen auf der Uni wären beim durchlesen wahrscheinlich implodiert.
In Rumänien angekommen mussten wir wie so oft wieder einmal Schlange Stehen, diesmal bei der Passkontrolle. Wie ihr sicher schon gemerkt habt ist das Schlange Stehen für uns von zentralem wissenschaftlichem Interesse und wir beide planen unsere Doktorarbeit darüber zu schreiben (wir suchen nur noch den thematischen Zusammenhang mit unseren Studien Publizistik, Romanistik und Jus). Beide wollen wir immer unbedingt die schnellste Schlange wählen. Da wir gegenseitig mit unseren Entscheidungen in letzter Zeit nicht zufrieden waren, versuchten wir es jetzt getrennt und auf eigene Faust. Ich wählte die kürzeste Schlange, während Robin sich beim Schalter, der nur für EU-Bürger gedacht ist, einreihte. Meine Reihe legte einen Blitzstart hin und ich fühlte mich schon als der sichere Sieger. Doch einige Momente später wurde ich im Eiltempo von der Schlange rechts neben mir überholt … das bedeutete nichts Gutes. Ich drehte mich nach links und sah auch Robin an mir vorbeizischen. Ich fand mich mit der Niederlage ab (unglaubliches Wechselbad der Gefühle für mich) und überlegte schon die Reihe zu wechseln (was die Disqualifikation bedeutet hätte). Inspiriert von “Fluch der Karibik” wollte ich als Kapitän das sinkende Schiff dann aber doch nicht verlassen und wartete ab, bis der Mann (der entweder keinen Reisepass dabei hatte oder in 50 Ländern der Welt polizeilich gesucht wurde) an meinem Schalter endlich durchgelassen wurde. Minuten später näherte ich mich dem Schalter bis auf wenige Meter. Robin war schon längst bei der Gepäckrückgabe. Auf einmal kamen ein paar Leute, die es anscheinend eilig hatten zum nächsten Flug. Natürlich wurden sie zu meinem Schalter gerufen und so kamen noch ungefähr 15 Leute vor mir dran. Wahnsinn, das war wohl die höchst mögliche Niederlage, die ich da einstecken musste (ich war so chancenlos wie die Weltmeister im Frauenfußball gegen irgendwelche U12-Burschen von Austria Kärnten).
In Bukarest erwartete uns dann bereits ein vom Turnier organisiertes Shuttle. Nicht ganz so schön wie unser Victory-Shuttle, aber doch ganz gemütlich. Der Fahrer wartete noch während wir uns im Billa (ja gibt’s dort auch, nur haben sie meine Vorteilscard nicht genommen) mit Proviant eindeckten. Leider mussten wir die Rechnung über geschätzte 2,50 Euro (wir haben den halben Laden leer gekauft) mit Bankomatkarte bezahlen weil wir keine Rumänischen Lei hatten, wir hatten “lei” Euro (Für alle Nichtkärntner: Lei bedeutet so viel wie nur! Wollt ich lei kurz erklären!)!
Kaum im Shuttle begannen dann die Probleme. Der nette Fahrer scheiterte schon an der Schranke bei der Ausfahrt vom Parkplatz. Zuerst wollte er seine rumänischen Münzen in den Schlitz stecken, wo normalerweise das Restgeld raus kommt. Daraufhin kullerten alle Münzen wieder raus und landeten am Boden. Völlig geschockt riss er die Autotür auf, die dadurch mit voller Wucht gegen den Zahlautomaten krachte. Dann fuhr er ein Stück vor um aussteigen zu können. Das funktionierte aber nicht, weil die Schranke im Weg war. Also schob er mit Vollgas zurück (zum Glück war kein anders Auto hinter uns, sonst hätte es anständig gekracht), stieg aus, sammelte alle Münzen wieder auf und startete den zweiten Versuch. Diesmal erwischte er zum Glück den richtigen Schlitz und wir konnten uns endlich auf den Weg nach Constanta machen. Die ersten Meter durch Bukarest kamen wir uns vor wie in einem riesigen Österreich-Themenpark. Rechts die OMV, links das Bauhaus, vor uns das Admiral Wettbüro und hinter uns der Billa Shop. Das neutrale Österreich erobert wieder, und das sogar (zumindest scheinbar) gewaltfrei!
Nach einer Stunde im Stau schafften wir es auf die Autobahn (oder so etwas Ähnliches), auf der wir die nächsten 150 Kilometer gerade aus fuhren. Links und rechts konnten wir den Horizont erblicken. Die höchste Erhebung war eine circa drei Meter hohe Brücke über einen kleinen Fluss. Vereinzelt waren einzelne Bäume zu sehen, die da einzeln rum standen. Ansonsten weit und breit nichts. Naja, so richtig aufregend war die Fahrt nicht. Als wir dann in Constanta ankamen trauten wir unseren Augen nicht. über den Dächern der Hotels verlief eine Seilbahn. Eine Gondel nach der anderen (natürlich im Design einer Österreichischen Versicherungsgesellschaft) gleitete über unser Hotel hinweg. Sofort bereuten wir, dass wir unsere Skier daheim gelassen hatten und kontrollierten auf der Homepage des europäischen Verbandes noch einmal ob es sich bei dem Turnier am Schwarzen Meer doch wirklich um ein Beachvolleyball-Satellite und nicht um ein Snowvolleyball-Satellite handelte.
Die Skipiste suchten wir in den darauffolgenden Tagen aber vergeblich. Beim einchecken im sogenannten Main Draw – Hotel gab es die nächste Überraschung. Das Hotel wurde über den Winter frisch renoviert hatte man uns gesagt. Wahrscheinlich war der Winter 1975 gemeint (so gerade, dass wir elektrisches Licht und Warmwasser im Zimmer hatten (fürs Warmwasser mussten im Keller wahrscheinlich pausenlos ein paar arme Rumänen Kohle in den Ofen schieben). Auf jeden Fall war das Hotel bei weitem das Unmodernste am gesamten Casino Beach (so heißt der Strand dort). Wenigstens war das Zimmer groß genug … für einen von uns beiden … ohne Koffer. Die meisten Teams (die körperlich nicht so platzsparend gebaut sind wie wir) mussten sich zwei Zimmer nehmen. Dallhauser hätte sich nicht einmal diagonal von einer Ecke bis zur anderen ausgestreckt hinlegen können.
Ein durchschnittliches Essen für uns beide kostet an der rumänischen Schwarzmeerküste (die Luxusgegend Rumäniens) lei ein paar Lei! Trotzdem waren wir begeistert, als unsere türkischen Freunde unser Mittagessen zahlten. Die bekommen alles von ihrem Verband gezahlt und sind uns gegenüber deshalb immer sehr spendabel. Wirklich nette Typen. Wir nennen sie nur den Fakir und seinen blockenden Padawan! Vor allem der Fakir ist an coolness und mentaler Stärke am Spielfeld nicht zu übertreffen. Unruhig wurde er nur, als er nach dem Essen bei 40 Grad im Schatten keinen Tee bekam (die rumänische Kellnerin wollte schon fast einen Arzt rufen, weil sie dachte er hat einen Sonnenstich). Als wir am Nachmittag fürs Training dann wieder zu den Courts kamen lachten wir schon von weitem über einen Spieler, der sich mit einem Frauentop für sein Qualifikationsspiel aufwärmte. Als wir näher kamen bemerkten wir, dass “er” sich mit einer Frau einspielte. Auch aus nächster Nähe konnten wir diese verwirrende Situation nicht gänzlich aufklären. Erst als die beiden das Spielfeld betraten und wir ihre weiblichen Gegnerinnen sahen hatten wir verstanden: der Junge durfte ausnahmsweise bei den Frauen mitspielen – oder es handelte sich bei dem vermeintlichen Jungen um eine Teilnehmerin der Frauenfußball-WM.
Schon um 8:30 hatten wir am Freitag unser erstes Spiel. Das bedeutete: Start zum Aufwärmen um 7:30. Als wir an den Strand kamen hatten die meisten Bars dort noch geöffnet. So auch die Karaoke-Bar direkt bei den Side-Courts. Während wir mit dem Dehnen begannen, fanden sich die letzten Gäste gerade auf der Terrasse der Bar ein und sangen lautstark Highway to Hell. Die Musik und die verzweifelten Gesangsversuche der völlig betrunkenen rumänischen Säufertruppe schallten über den gesamten Strand. Was für ein geiles Aufwärmszenario. Mit den rumänischen Local Heroes hatten wir in Runde eins dann trotz meiner Knöchelverletzung keine Probleme. Im zweiten Spiel wurde die Tatsache, dass ich nicht wirklich springen konnte, dann aber doch zum Handicap. Unser ukrainischer Gegner Robocop-Mhykaylov, der jede einzelne seiner Bewegungen ausführt als wäre es eine einstudierte Choreographie der Backstreetboys, erinnerte uns stark an einen unserer Kärntner Trainingspartner. Nicht nur namentlich (Mhykaylov – russische Version von Miklautsch) sondern auch auf Grund seiner Angriffe mit der linken, aber auch mit der rechten Hand. Diesen Trick kannten wir sonst nur von unserem Hermagorer Freund (wer hat den Trick wohl von wem abgeschaut?). Seit dem Turnier nennen wir den Ukrainer auf jeden Fall nur noch Mikä! Da es einfach verdammt schwer für mich war ohne zu springen den Ball hart nach unten zu schlagen (ich greif ja nur auf 2,30 Meter) mussten wir uns knapp geschlagen geben. Knapp war es auch nur, weil ich im Standspiel einigermaßen gut bin und wir das oft beim Training zum Aufwärmen spielen. Im Loser-Pool wurden wir dann von den Serben Tesic/Basta eliminiert. Danach war für uns sozusagen Aus, Schluss, Basta! Der Blockspieler “Bumbum” Basta erwischte eine starke Partie und prügelte uns jede Kugel um die Ohren. Auf der anderen Seite versuchte ich ihm die Bälle an den Ohren vorbei zu shoten. Hat aber nur einen Satz lang ganz gut funktioniert, dann klappte er die Ohrläppchen aus und fing an mich zu blockieren.
Nach einer durchzechten Nacht (bis jetzt waren wir in dieser Saison noch nie vor der Players-Party ausgeschieden – die Chance ließen wir uns nicht nehmen) verschwand Robin schon früh morgens in Richtung Holland zu seiner Familie. Ich musste es nur irgendwie zurück nach Bukarest schaffen, von wo am Nachmittag mein Flug ging (Shuttle zurück wurde vom Turnier keines mehr angeboten). So richtig eine Idee, wie ich da hinkommen sollte, hatte ich leider nicht. Glücklicherweise traf ich zufällig zwei tschechische Spielerinnen, die nur eine Stunde nach mir ihren Flug hatten.
Sie begleiteten mich vom Hotel in Constanta zum Flughafen in Bukarest. Zuerst mit dem Taxi zum Busbahnhof, dann (dank der Tschechinnen) in den richtigen Bus, in Bukarest dann mit einem anderen Bus zum Flughafen und dann ab nach Hause. Das war der Plan. Das mit dem Taxi klappte noch reibungslos. Obwohl der Fahrer ganz schockiert schaute und auf einmal mächtig aufs Gas trat, als wir ihm von der Abfahrtszeit unseres Busses erzählten (die Tschechinnen hatten offensichtlich keine zuverlässigen Informationen über die Fahrtzeit vom Hotel zum Busbahnhof – mal schaun wie zuverlässig ihre anderen Infos waren)! Auf die Minute genau kamen wir dann an und erfuhren sofort, dass der Bus nach Bukarest leider schon total überfüllt war. Zum Glück wurde aber kurzerhand ein zweiter Bus in Betrieb genommen, da außer uns noch einige Leute in die rumänische Hauptstadt wollten. Auch der zweite Bus war bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt. Wir bekamen die letzten freien Plätze (ich hab dann auch gleich für nächstes Jahr schon mal vorreserviert).
Nach 2 Stunden über Stock und Stein machten wir eine Pause. Leider gleichzeitig mit noch einem anderen Reisebus. So kam es vor der Damentoilette und vor der Kassa zu einem kilometerlangen Stau, der fast bis nach Constanta (naja, nicht ganz) zurückreichte.
Als Mann hatte ich den WC-Besuch relativ bald erledigt. Wegen der argen Hitze (die Klimaanlage im Bus funktionierte auch nicht besser wie die in meinem 15 Jahre alten VW-Polo) wollte ich mir aber noch ein kühles Getränk kaufen. Einige Zeit später näherte ich mich mit Getränk dann wieder unserem Bus, dessen Fahrer schon ungeduldig auf mich wartete (ich hatte wohl nicht richtig zugehört als es hieß: 15 Minuten Pause). Zum Glück hingen einige weibliche Passagiere noch in der Schlange vor dem Damen-WC fest, sonst wäre der Bus wohl schon weg gewesen. In Bukarest angekommen (an irgendeinem Busbahnhof am Stadtrand) endete auch der ausgeklügelte Plan der zwei Tschechinnen und wir mussten nachfragen wie man von dort zum Flughafen kommt. Die zwei Ticketschalter schickten uns zwei Mal hin und her bevor es uns zu blöd wurde und wir einen Passanten fragten, der an der Bushaltestelle stand. Der erklärte uns folgendes: es gab die Möglichkeit mit dem Taxi, das kostete für uns wahrscheinlich circa 15 Euro (für ihn etwa die Hälfte, aber da wir Ausländer sind würden wir ziemlich sicher abgezockt werden meinte er).
Dann hätten wir noch mit dem Bus fahren können, der hätte aber schon vor 10 Minuten kommen sollen und war noch nicht hier. Er meinte, dass vielleicht (ja, nur vielleicht) der nächste kommen würde und auch er schon seit 20 Minuten auf seinen Bus wartete (sein Kommentar dazu: this is Romania, it is normal here). Ein paar hundert Meter weiter war auch ein Bahnhof von dem ein Zug gehen sollte, dessen Abfahrtszeiten er aber nicht wusste. Am schnellsten wäre das Taxi gewesen, dann der Zug und der Bus brauchte am längsten. Da ich schon etwas knapp dran war und mich nach den Erzählungen des Passanten nicht unbedingt auf die rumänischen Busse verlassen wollte, überlegte ich kurz ein Taxi zu nehmen. Aber ich hatte LEIder lei mehr ein paar Lei und keine Euro in der Tasche, das hätte also nie gereicht für die Fahrt zum Flughafen (nicht mal wenn ich den Einheimischen-Preis bekommen hätte). Also pokerte ich hoch und wählte das größte Risiko mit dem kleinsten Fahrpreis – den Bus. Nach weiteren 10 Minuten kam er dann auch tatsächlich (ziemlich genau zwischen der letzten und der nächsten geplanten Abfahrtszeit – viel länger hätte ich nicht mehr gewartet) und ich schaffte es noch rechtzeitig zum Flughafen.
Beim Check-In habe ich mich dann leider verplappert und verraten, dass Robin nicht mitfliegt. Sonst hätte ich zwei Plätze nur für mich gehabt. Aber auch so war der Flug erträglich. Immerhin durfte ich wieder den gesamten Austrian Airlines Komfort genießen. Statt den erheiternden sexistischen Kommentaren von Herbert Prohaska widmete ich mich diesmal aber dem Standard-Rätsel, das mich wie immer zur Verzweiflung trieb. Am Flughafen in Wien wartete schon das Victory-Shuttle auf mich. Ein paar hundert gezählte Schafe (und zwei Grand-Slam – Siege) später stand ich vor meiner Wohnungstür in Klagenfurt und erkannte, dass wir heuer wirklich schon viel herum(änien) gekommen waren. Und die Fragen, die mich die nächsten Stunden noch beschäftigten, lauteten: “Wie komme ich nach Novi Sad zum nächsten Turnier? Wird Robin dort sein? Werden wir beide uns je wieder sehen?” Die Antworten darauf gibt’s in der nächsten Ausgabe meines Blogs!




















[...] davon hatte ich noch) rumänische Lei – das sind aber lei circa 150 Euro (siehe Xandi's Blog: Mit blauem Knöchel am Schwarzen Meer!)] nicht überziehen [...]